September 11

WoWs: Die Geschichte der Tarnungen: Deutsche Marine

Ahoi Kapitäne!

Hier haben wir die Geschichte zur Tarnung der Deutschen Marine.

Wie alle Länder mit mächtigen Flotten hatten auch deutsche Schiffe im Zweiten Weltkrieg besondere Merkmale – bei den Tarnungsfarben ebenso wie den Farbschemata. Allerdings begann die Geschichte der Kriegsmarine-Tarnungen mit eher simplen Grautönen.

1896 tauchte das bekannteste Farbschema der Deutschen Marine zum ersten Mal auf – es bestand aus zwei Grautönen. Es wurde später im Ersten Weltkrieg eingesetzt und wanderte dann an die Kriegsmarine. Schiffsrümpfe wurden in der Farbe Dunkelgrau 51 gestrichen, die Aufbauten und vertikalen Bestandteile der Geschütze – in Hellgrau 50, der Unterwasser-Teil – rot, und die Wasserlinie – grau. Kleinere Schiffe und Hilfsschiffe wurden normalerweise schwarz gestrichen und hatten kleine weiße Elemente. Später wurden die Tarnungen all dieser Schiffe standardisiert. Die Farbe des Decks hing von der Lackierung ab: Stahl – schwarz, Holz – Klarlack.

Ab 1916 und in den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs hatten die horizontalen Linien an den Türmen der Hauptbatterie bei großen Schiffen dieselbe Farbe wie die Aufbauten und schwarze Dächer. Ursprünglich wurden weiße Kreise auf die Turmdächer gemalt, damit die Schiffe leichter aus der Luft zu identifizieren waren. Später wurde das System ausgeklügelter – nur Teile des Turmdachs konnten bemalt werden; zusätzlich zum Schwarz gab es Grau, Rot und Gelb, und die Kreise wurden mit weißen Linien versehen. Während des Spanischen Bürgerkriegs hatten deutsche Schiffe in der Konfliktzone die dreifarbige deutsche Reichsflagge auf ihren Dächern aufgemalt.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, entschied sich die Kriegsmarine für ein standardisiertes 50/51-Farbschema. Die erste einheitliche Tarnung wurde vor allem auf Zerstörern und Kreuzern in der Norwegischen Kampagne im April 1940 eingesetzt. Das Standardschema und die Identifizierungs-Markierungen wurden von den gelben Dächern der Geschütze ergänzt. Später erstrahlten diese in roter Farbe. Im Juni desselben Jahres gab es zusätzlich zu diesem Schema Splittermarkierungen auf den vertikalen Teilen der Geschütze, Schloten und Aufbauten mancher Schiffe.

Am 22. Februar 1940 wurde der Zerstörer Z-1 versehentlich von der eigenen Luftwaffe versenkt, da diese nicht ausreichend mit einer Division Schiffe der Kriegsmarine koordiniert war. Der Zerstörer Z-3 lief im darauffolgenden Chaos auf eine Mine. Vor der Operation Weserübung erhielten Schiffe am 3. April die Anweisung, dass die Decks im Bug und am Heck ein Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Hintergrund tragen mussten. Also brachten die Schiffsbesatzungen die Identifizierung für Flugzeuge komplett anders an.

Während des atlantischen Angriffs von 1939 wurde die Admiral Graf Spee mit einem Standard-50/51-Schema gestrichen, hatte aber ungleichmäßige Flecken in verschiedenen Grautönen an den Aufbauten und Geschützen. Während des Angriffs wurde ihre Tarnung leicht angeglichen, da die Aufbauten des Schiffs neu gestrichen wurden. Zusätzlich bekam sie zwei Wellen an die Seiten gemalt, damit der Feind ihre Geschwindigkeit nicht korrekt bestimmten konnte.

Im Sommer 1941 bekamen Zerstörer ein neues Schema, in dem große schwarze oder dunkelgraue geometrische Flecken über den Standardanstrich gemalt wurden. Mit dem Schema wurde herumexperimentiert. So erhielt beispielsweise der halbe Rumpf der Z-8 das 50/51-Schema, während die untere Hälfte mit vielen chaotischen dünnen schwarzen Linien bedeckt wurde.

Der Baltische Streifen war ebenfalls sehr gängig: schwarze und weiße diagonale Streifen wurden auf dem Standard-50/51-Anstrich angebracht. Dieses Schema verschleierte die Entfernung des Schiffs und machte seine Identifizierung schwieriger. Das Schema wurde mit einem dunklen Grau für den Rumpf am Bug und am Heck ergänzt. Optional konnten Bug und Heck mit einem schmutzigen Weiß oder Hellgrau gestrichen werden. 1942 wurde der Baltische Streifen allerdings in Rente geschickt.

1940 wurden bei manchen Schiffen Tarnflecken mit verschiedenen Grauschattierungen über dem 50/51-Schemata angebracht. So wurde beispielsweise nur der Rumpf der Gneisenau so gestrichen, die Admiral Hipper hingegen komplett. Das Schema erinnert an die fleckige, feinkörnige Tarnung, die im Ersten Weltkrieg als Teil der Forschung der blendenden Schemata zum Einsatz kam.

Die Deutschen nutzten oft die Methode der falschen Perspektive in ihren Mustern. Teile des Rumpfs und der Aufbauten wurden in allem von Hellgrau bis Beinah-Schwarz gestrichen und Wellen wurden auf Bug und Heck aufgemalt. Die Farben an den Schiffsenden kontrastierten mit dem Rest des Rumpfs und sollten die feindliche Perspektive auf die Schiffsdimensionen durcheinanderbringen. Oft wurden diese Elemente angebracht, um ein Tarnungsmuster zu ergeben, oder sie richteten sich nach gängigeren Schemata.

Die Kriegsmarine bevorzugte oft die Splittertarnung, die zum ersten Mal im Winter 1940 am Kreuzer Admiral Hipper auftauchte. Das Schiff hatte zwei kontrastierende Grautöne, während die Flecken aus chaotisch verstreuten geometrischen Gebilden in allen Formen und Größen bestanden. Später gab es eine modifizierte Version des Schemas auf diversen Schiffen, und es wurde für gewöhnlich eine dritte Farbe hinzugenommen. Schiffe in nördlichen Breitengraden trugen oft dieses Muster.

Während der Besetzung von Frankreich begannen in Brest ankernde Zerstörer, Schemata zu benutzen, die vom modifizierten Baltischen Streifen abstammten – ohne die weiße Linie, dafür aber schwarze Linien, die Dreiecke bildeten. Ein Versuch, diese Tarnung zu überholen, kann teilweise an der Z-14 beobachtet werden: Der Baltische Streifen wurde abweichend angebracht, und verzerrte Elemente chaotischer Formen wurden mittig auf den Rumpf gemalt. Auch fehlen hier die falschen Wellen.

1942 unterliefen die Farben an Zerstörern und einigen Kreuzern weitere Standardisierungs-Veränderungen, denn die Gaußtarnung war eingetroffen. Über der 50/51- oder grauen Grundierung wurden lange schwarze, dunkelblaue oder graue Streifen quer über das Schiff von einem Punkt der Wasserlinie aus angebracht. Die Streifen konnten sich schneiden oder auseinanderlaufen. Das Schema nutzte oft Wellen und weiße Flecken nahe der Wasserlinie, um den Feind zu verwirren.

Aber vergessen wir nicht die Verborgenheits-Tarnungen, die häufig von der Deutschen Marine eingesetzt wurden. Diese Schemata passten sich dem Standpunkt des Schiffes und auch der Jahreszeit an, also würde eine Beschreibung viel Zeit verschlingen. Aber picken wir uns zwei Beispiele heraus. Das erste ist das Schlachtschiff Tirpitz im Sommer 1942: Ihr Steuerbord wies Flecktarnung in verschiedenen Grautönen auf, während Bug und Heck weiß gestrichen waren. Dieses Farbschema sollte das Schiff an die Fjorde anpassen. Da es nur zum Ankern und nicht für Aufträge auf offener See gedacht war, war backbord in Landrichtung alles grau gestrichen. Mit Ausnahme allerdings der Enden, denn die trugen Dunkelgrau. Das zweite Schema betrifft das Schlachtschiff Scharnhorst: Das Schiff war ursprünglich bis auf Bug und Heck (hellgrau) komplett dunkelgrau gestrichen, aber später wurden die Konturen des Zerstörers Z-15 auf den Seiten des Schiffs abgebildet.

1943 erhielten Zerstörer Variationen der Streifentarnung, die „Startpunkt“ genannt werden: dunkelgraue Streifen wurden über einheitlich graue Schiffe gemalt. Sie begannen an einem unsichtbaren Punkt über der Schiffsmitte und trennten sich in gerade Linien von Bug bis Heck. War die vorläufige Grenze an den Seiten des Schiffes überschritten, wechselten die Streifen zu Schwarz.

Transport- und Hilfsschiffe besaßen unterschiedliche Varianten verzerrender Tarnungen, die direkt von der berühmten Razzle-Dazzle-Tarnung abstammen. Viele Schemata wurden entworfen und es fiel reichlich schwer, zwei Schiffe mit identischem Stil zu finden. Nach dem Krieg fanden insbesondere die Amerikaner an diesem Muster Gefallen, denn die wussten, wie man an Marinetarnungen von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus herangeht.

Quelle: worldofwarships.eu



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Veröffentlicht11. September 2018 von Sunny in Kategorie "Allgemein", "Geschichte w", "World of Warships

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