Juni 25

WoWs: Kirschblüte: Die wahre Geschichte

Kapitäne!

Die echte Schlacht im Pazifik, die als Grundlage für das Unternehmen im Spiel diente.

Die erbitterten Kämpfe um die Insel Guadalcanal (7. August 1942 bis 9. Februar 1943) im Südwestpazifik beruhigten sich für einige Zeit: die US Navy bereitete sich vor, die „Schutzbarriere“ der Japaner im Bismarck-Archipel zu durchbrechen.

Juni 1943 starteten die Amerikaner endlich die lang erwartete Offensive im Rahmen des Unternehmens Watchtower. Sie ging einher mit einer Reihe von ständigen Kämpfen zwischen den leichten Verbänden der gegnerischen Flotten. Wir konzentrieren uns auf einen dieser Kämpfe, der in der Nacht des 2. Novembers in der Kaiserin-Augusta-Bucht vor der Insel Bougainville stattfand.

Nach dem Tod Admiral Yamamotos am 18. April 1943 wurde Admiral Kogo der neue Kommandeur der japanischen Kombinierten Flotte. Mit der Niederlage bei Guadalcanal im Hinterkopf entschied er, die Hauptstreitkräfte der Kaiserlichen Marine eine Weile zurückzuhalten. In diesem Zeitraum lag die Last der Kämpfe komplett auf den Schultern der Zerstörer und Kreuzer. Zwischenzeitlich näherten sich die militärischen Aktivitäten langsam den Inseln Neubritannien und Rabaul – der wichtigste Marinestützpunkt der Japaner in diesem Gebiet. Bougainville wiederum sollte vorgeschobene Basis der Amerikaner werden, von der ihre Jäger starten und die Langstreckenbomber bei ihren Angriffen auf Rabaul geleiten konnten. Am 1. November begann das US Marine Corps mit seiner Landung auf der Insel nahe Kap Torokina, ohne auf großen Widerstand zu stoßen. Die Japaner starteten die Flugzeuge der Trägergruppe Admiral Ozawas, um der Landung zu entgegnen, die Amerikaner konnten ihre Invasion jedoch unter dem schweren Feuer ihrer Schiffe fortführen.

In einem Versuch, den erfolgreichen Nachteinsatz der japanischen Kreuzer am 9. August 1942 vor Savo Island zu wiederholen, gab Admiral Koga den Befehl, mit allen verfügbaren Schiffen gegen die Amerikaner auszulaufen. Er wollte die Initiative auf dem Meer ergreifen und seine Truppen verlegen, um das Standbein seiner Gegner zu beseitigen. Admiral Omori wurde zum Kommandeur dieses Unternehmens ernannt und erhielt die schweren Kreuzer Myoko (Flaggschiff) und Haguro zu seiner unmittelbaren Verfügung. Er hatte außerdem das Kommando über Admiral Ijuins Schiffe (der leichte Kreuzer Sendai und die Zerstörer Shigure, Shiratsuyu und Samidare) und Konteradmiral Osugis Schiffe (der leichte Kreuzer Agano und die Zerstörer Naganami, Hatsukaze und Wakatsuki). Die japanischen Schiffe, die an diesem Unternehmen teilnehmen sollten, hatten keine Erfahrung, miteinander zu arbeiten und einige von ihnen hatten bisher an keinem einzigen Gefecht teilgenommen. Omori selbst musste noch nie ein größeres Marineunternehmen kommandieren und bevor er seinen Posten antrat, war er Ausbilder an einer Torpedoschule.

Das japanische Geschwader verließ Rabaul um 17:20 Uhr am 1. November. Nachdem sie im St.-Georgs-Kanal auf Zerstörer mit Sturmtruppen trafen, fuhren Omoris Schiffe um 20:30 Uhr weiter. Die See war ruhig und trüb, die Sichtweite betrug nur drei Meilen, ein leichter Wind wehte von Südost. Als die japanische Einsatzgruppe 15 Meilen östlich von Kap St. George war, wurde sie vom Überwachungsradar eines der amerikanischen Langstrecken-Aufklärungsflugzeuge des Typs B-24 erfasst. Um 21:20 Uhr griff das Flugzeug Berichten zufolge die Sendai an, seine Bomben verfehlten das Ziel jedoch. Ungefähr zur selben Zeit entdeckte ein japanisches Aufklärungsflugzeug die amerikanischen Schiffe und meldete dem Flaggschiff, dass drei feindliche Schlachtschiffe und zahlreiche Kreuzer und Zerstörer in der Kaiserin-Augusta-Bucht nahe Torokina kreuzten. Nach Absprache mit dem Hauptquartier schickte Admiral Omori die Transport- und Geleitschiffe zurück zur Basis.

In der Zwischenzeit entschied Admiral Halsey im Wissen um den sich nähernden Feind, diesen abzufangen und schickte die einzige zu dieser Zeit verfügbare Kampfeinheit – die Task Force 39 unter Kommando von Admiral Merrill – aus, um diesen Auftrag zu erfüllen. Das amerikanische Geschwader näherte sich den Japanern in drei Gruppen. Eine Gruppe leichter Kreuzer bildete das Zentrum: Montpelier (Flaggschiff), Cleveland, Columbia und Denver. Captain Burkes Zerstörer waren auf der rechten Flanke an der Spitze: Charles Ausburne, Dyson, Stanley und Claxton. Die linke Flanke als Nachhut bildeten Commander Austins Zerstörer: Spence, Thatcher, Converse und Foote.

Die Nacht war bereits hereingebrochen und die Sicht nahezu null. Durch den regen Funkverkehr ihrer Gegner wussten die Japaner, dass die amerikanischen Radare ihre Bewegungen verfolgen konnten, während Omoris Schiffsbesatzungen sich allein auf ihre Augen und die Daten der Aufklärungsflugzeuge verlassen mussten. Um 1:24 Uhr griff ein amerikanischer Aufklärungsbomber den Kreuzer Haguro an und traf dessen Aufbau, wodurch die Geschwindigkeit der gesamten Einsatzgruppe auf 30 Knoten fiel. 14 Minuten später entdeckte ein japanisches Flugzeug einen Gegner 20 Meilen südlich. Omori begann zu manövrieren, um die Amerikaner zu verwirren und etwas Zeit zu gewinnen, bis neue Aufklärungsdaten eintrafen. Durch diese Manöver wurde die Formation aufgebrochen und die Entfernung zwischen den Schiffen verringerte sich auf ein gefährliches Niveau.

Um 2:27 Uhr erfassten die Radare auf Merrills Kreuzern den Feind und der Admiral entschied, den Eingang zur Kaiserin-Augusta-Bucht mit seinen Kreuzern zu blockieren, damit die Feinde die Landezone nicht angreifen konnten. Er machte mit seinen Kreuzern eine abrupte Kurve nordwärts. Dadurch konnte das Geschwader den sich von Westen nähernden Feind mit der Hauptbatterie erreichen, während sie eine sichere Entfernung vor den japanischen Langstrecken-Torpedos beibehielten. In der Zwischenzeit erhielten zwei Zerstörergruppen den Befehl, aus Richtung Süd und Nordwest Torpedoangriffe durchzuführen und so die Japaner in die Zange zu nehmen. Die Kreuzer wurden angewiesen, das Feuer nicht zu eröffnen, bis die tödlichen „Metallfische“ von Burkes und Austins Zerstörern ihre Ziele erreichten.

Eines von Omoris Flugzeugen bemerkte feindliche Schiffe und feuerte eine Leuchtbombe in ihre Richtung ab, um die Aufmerksamkeit seiner Verbündeten auf sie zu lenken. Es waren amerikanische Kreuzer, die ihre Torpedos bereits aus rund vier Meilen Entfernung auf die Japaner abgeworfen hatten. Als er sich der Gefahr bewusst wurde, drehte Omori das Geschwader nach Südwest bei und 25 amerikanische Torpedos verpassten seine Schiffe. Die Wende der Sendai bei diesem Manöver war unerwartet scharf, was Verwirrung in ihrer Gruppe auslöste. Beim Versuch, dem Kreuzer auszuweichen, kollidierte der Zerstörer Samidar mit der Shiratsuyu und beschädigte dabei ihre Aufbauten und Geschütze. Nach dem Vorfall setzen beide Zerstörer Kurs zurück auf Rabaul.

Sobald Merrill realisierte, dass die Japaner abdrehten, befahl er seinen Kreuzern, das Feuer zu eröffnen. Ihr nächstgelegenes Ziel war die Sendai, die seltsame Manöver vollführte und sich wie ein Tiger im Käfig verhielt. Mithilfe der Daten ihrer Radare trafen die amerikanischen Kreuzer das Ziel mit der ersten Salve. Das Meer um die Sendai brodelte förmlich durch die einschlagenden Granaten. Ein Angriff folgte auf den nächsten. Der Kreuzer fing Feuer, krängte und wurde langsamer. Dennoch konnte die Sendai eine volle Torpedosalve auf den Gegner abwerfen und die Zerstörer unterstützten sie mit ihren Torpedos. Die Amerikaner wechselten ständig ihr Ziel von einem Schiff zum anderen und stifteten so noch mehr Verwirrung unter dem Feind.

Mittlerweile mussten auch die Amerikaner ihre ersten Unfälle beklagen. Den Anfang machte der Zerstörer Foote, der den Befehlen nicht folgte und die Formation verließ. Beim Versuch, zu den verbündeten Schiffen aufzuschließen wurde er von einem japanischen Torpedo getroffen, der für die Kreuzer gedacht war. Die Foote verlor ihr Heck, konnte sich aber über Wasser halten. Die Cleveland krachte beinahe in das lahmgelegte Schiff, während die Spence, die direkt hinter ihnen war, ausweichen wollte, dabei die USS Thatcher streifte und etwas Farbe von ihrer Seite abschabte.

Die Japaner eröffneten das Feuer mit Leuchtgranaten, um den Feind auszumachen. Trotz dieser Kanonade blieben Merrills Schiffe unentdeckt. Admiral Omori versuchte, dem Bombardement zu entfliehen und begann, die Schiffe wieder in ihre Ausgangsformation zu ordnen. Durch Konteradmiral Osugis Fehler versperrte seine Gruppe den verbündeten schweren Kreuzern den Weg. Infolgedessen rammte die Myoko die Hatsukaze und riss ihren Bug ab. Eine Rettung des beschädigten Zerstörers war zu gefährlich, also wurde er seinem Schicksal überlassen.

Um 3:15 Uhr konzentrierten die amerikanischen Kreuzer das Feuer auf Myoko und Haguro. Jetzt zeichneten sich endlich die Silhouetten der amerikanischen Schiffe in den Visieren der Japaner ab. Sofort feuerten die Japaner ihre Torpedos ab und schlugen mit ihren Hauptgeschützen zurück. Merrills Kreuzer waren jedoch in voller Fahrt, führten geschickte Ausweichmanöver durch, behielten ihre Formation und den Abstand bei, und entfesselten ihr trommelndes Feuer auf den Feind. Mit der Zeit wurden die japanischen Salven ebenfalls präziser. Mehrere Granaten fielen auf die Denver, detonierten aber nicht. Um weitere Treffer zu vermeiden, erzeugten die amerikanischen Kreuzer eine Nebelwand und versteckten sich dahinter. Die Spence, die links querab der Kreuzer fuhr, wurde unter der Wasserlinie getroffen: die Granate beschädigte den Treibstofftank, wodurch das Schiff kurze Zeit später stoppen musste. Obwohl zwei Zerstörer ausgefallen waren, konnte das amerikanische Geschwader den Feind überwältigen. Die unterlegenen Japaner waren so verwirrt, dass Omori nach dem Krieg bei seiner Befragung fest davon überzeugt war, er sei mindestens sieben schweren Kreuzern und zwölf Zerstörern gegenüber gestanden!

Um 3:37 Uhr wurde das japanische Geschwader nach Rabaul zurückbeordert. Der Kommandeur dachte, dass die gegnerischen Streitkräfte ihm zwei zu eins überlegen waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits Sendai und Hatsukaze verloren, die auf dem Schlachtfeld zurückblieben. Daneben waren beide schweren Kreuzer und zwei Zerstörer beschädigt. Als die Japaner die Schlacht verließen, waren sie sicher, dass sie mindestens zwei Kreuzer versenkt hatten.

Während sich das japanische Geschwader zurückzog, fanden die amerikanischen Zerstörer die beiden kampfunfähigen Schiffe und versenkten sie schnell mit ihren 127-mm-Geschützen. Das japanische U-Boot Ro-104 konnte Admiral Ijuin und siebenunddreißig Matrosen vom Kreuzer Sendai retten, während der Zerstörer Hatsukaze seine gesamte Besatzung mit sich auf den Meeresboden nahm.

Infolge der Seeschlacht bei der Kaiserin-Augusta-Bucht errang Admiral Merrill einen glorreichen Sieg über den Feind, obwohl er hinsichtlich Artillerie und Torpedos unterlegen war. Der amerikanische Kommandeur bewies sein Können, indem er schnell auf alle unerwarteten Änderungen reagierte, die im Verlauf der Schlacht auftraten. Nachdem seine Truppen in Bougainville gesichert waren, befahl Admiral Halsey drei Tage später den Flugzeugträgern, Rabaul anzugreifen, um die japanischen Luftstreitkräfte zu unterdrücken. Danach griffen amerikanische Flugzeuge die japanische Basis immer wieder in zahlreichen, aufeinanderfolgenden Luftangriffen an. Letztendlich sicherte Merrills Sieg die Neutralisierung Rabauls, die Zerschlagung der „Schutzbarriere“ und den anschließenden, erfolgreichen Vorstoß der alliierten Streitkräfte hin zum japanischen Archipel.

Quelle: worldofwarships.eu



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Veröffentlicht25. Juni 2018 von Sunny in Kategorie "Allgemein", "Geschichte w", "World of Warships

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