August 13

WoWs: World of Weirdships – Monitore

Kapitäne!

Wie wir alle wissen, sind Kriegsschiffe ebenso tödlich wie auch wunderschön.

Daher ist es kein Wunder, dass sie ein fester Bestandteil der Modellbauszene sind. Einige von ihnen jedoch – insbesondere die Monitore – waren einfach nur sonderbar …

Was waren Monitore?

Ein Monitor war ein defensiver Kriegsschiffstyp, der über einen Zeitraum von etwa hundert Jahren zwischen dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem Vietnamkrieg relativ weit verbreitet war. Im Grunde waren Monitore bewegliche Festungen von unterschiedlicher Größe, die ausschließlich für den Einsatz in Häfen und in der Nähe von Küstenlinien vorgesehen waren. Da sie nicht für die Fahrt aufs offene Meer konzipiert werden sollten, hatten ihre Konstrukteure einigen Spielraum was ihren Einsatz zu Defensivzwecken betraf.

  • Ein kurzer Schornstein, ein Kommandoturm und einige schlichte Räume für Mannschaft und Motoren – Monitore benötigten nur wenige Aufbauten.
  • Daher war genug Platz für die größten Schlachtschiffgeschütze im gesamten Marinearsenal. Sie wurden auf Rümpfe montiert, die zum Teil kaum größer als der eines durchschnittlichen Zerstörers waren.
  • Da es keinen hohen Seegang zu berücksichtigen galt, konnte der Rumpf sehr flach auf dem Wasser liegen und das Zielprofil deutlich reduzieren.

 

Wo hatten Monitore ihren Ursprung?

Im Jahr 1862 führte die U.S. Navy ein revolutionäres neues Schiff ein, das sie „USS Monitor“ taufte. In einer Zeit, zu der der Dampfantrieb noch in den Kinderschuhen steckte, war es bei der Marine Brauch, Dampfmaschinen auf Kriegsschiffen mit Segelmasten zu ergänzen und auf beiden Breitseiten Geschütze zu platzieren. Die Schiffe sollten ausreichend manövrierfähig sein, um die Feuerkraft zu optimieren. Das Konzept der Monitore ließ die Segel völlig außer Acht und verbaute im ganzen Schiff eine schwere Metallpanzerung mit einer Stärke von bis zu 127 mm für den Panzergürtel und 229 mm bei den Aufbauten.

 

USS Monitor

 

Das hindernisfreie Deck ermöglichte den Einsatz eines drehbaren Geschützturms, der seine beiden 280-mm-Kanonen rundherum auf bewegliche Ziele abfeuern konnte, ohne dass das Schiff dazu bewegt werden musste. Dieses Schiff war im Wesentlichen der Ursprung moderner Schlachtschiffe, und die Bezeichnung „Monitor“ für diesen neuen Kriegsschifftyp wurde schnell von Marinen auf der ganzen Welt übernommen. Abseits der hochseetüchtigen Schiffe entwickelten sie sich jedoch nur langsam zu den glorifizierten schwimmenden Geschützen, zu denen sie im 20. Jahrhundert schließlich wurden.

 


Sonderbare Monitore

Marshal Ney-Klasse 

Während des Ersten Weltkriegs hielt es die Royal Navy für erforderlich, möglichst schnell mehrere Monitore aus Ersatzteilen anderer Kriegsschiffe zu bauen, um die alliierten Truppen in Belgien vom Ärmelkanal aus mit schwerer Artillerie zu unterstützen.

Obwohl sie nur über leistungsschwache Motoren verfügten, waren die Schiffe die Marshal Ney-Klasse in der Lage, in unterschiedlichen Gefechten die deutschen Positionen zu beschießen und die Zerstörer der Kaiserlichen Marine von der Küste Großbritanniens zu vertreiben.


Monterey 

Die USS Monterey lief im Jahr 1891 vom Stapel, gerade rechtzeitig, um noch am Spanisch-Amerikanischen Krieg teilzunehmen. Zu dieser Zeit war das Konzept eines Monitors bei den anderen Marinen noch relativ neu, aber bei der U.S. Navy waren sie bereits weit verbreitet.

Trotz ihres sehr niedrigen Rumpfes (weshalb sie sogar als schwimmender Schornstein bezeichnet wurde) hat es die Monterey erstaunlicherweise geschafft, den Pazifik zu überqueren und als Offensivkraft Positionen in den von Spanien gehaltenen Philippinen zu bombardieren.



Gorgon-Klasse 

Die Bjørgvin und die Nidaros wurden ursprünglich in Großbritannien für die norwegische Marine gebaut, aber zu Beginn des Ersten Weltkriegs beanspruchte sie die Royal Navy. Fertiggestellt wurden sie jedoch erst 1918. Die ziemlich groß geratenen und zu Gorgon und Glatton umbenannten Monitore waren kleine, merkwürdig aussehende Schlachtschiffe mit übergroßen Wachtürmen und Einzelgeschütztürmen.

Bevor die HMS Glatton auch nur ein Gefecht sah, explodierte bei einem Unfall eines ihrer Geschützmagazine. Die HMS Gorgon hingegen konnte im Verlauf der letzten Kriegsmonate in Belgien großflächig deutsche Positionen angreifen.


Novgorod 

Diese kaiserlich-russische Monitorkonstruktion stammt aus den Anfangstagen des 19. Jahrhunderts, als die Vorstellungen der Marineingenieure noch sehr überschwänglich waren. Man wollte größere Geschütze und dickere Panzerung, ohne dabei den Tiefgang zu erhöhen. Ein kreisrunder Rumpf sollte den Platz maximieren.

Mit der Zeit kursierten Geschichten über ihre schlechte Handhabbarkeit, wie etwa über Eigenrotation durch Geschützfeuer oder Instabilität bei rauem Seegang. Trotz allem, die Novgorod wurde für die Küstenverteidigung gebaut und versah bis zum Jahr 1903 ehrenvoll ihren Dienst.


Faà di Bruno 

Einer der eher bizarr wirkenden Monitore war die Faà di Bruno, die praktisch nur ein Lastkahn mit einem Geschützturm war. Die italienische Regierung hatte den Bau des Schlachtschiffs Cristoforo Colombo abgebrochen, aber immer noch das 381-mm-Geschütz auf Lager liegen.

Die Regia Marina entschied, diese Bewaffnung zusammen mit überschüssigen Torpedobootmotoren und etwas Beton zu einem Monitor zu kombinieren. Die Faà di Bruno war im Ersten und im Zweiten Weltkrieg im Einsatz, wurde aber in letzterem von den Deutschen erobert und in „Biber“ umbenannt.


President Masaryk 

Die President Masaryk gehörte zu der Unterkategorie der „Flussmonitore“. Diese größten Flusskampfschiffe waren für ruhige Flussgewässer gut geeignet. Die landumschlossene Tschechoslowakische Republik machte dieses kleine Schiff zum Flaggschiff ihrer Flottille.

Von ihrer Basis in Bratislava aus patrouillierte sie auf der Donau, bewaffnet mit vier 66-mm-Geschützen und einem Arsenal an Minen. Nach der Invasion der Region 1939 ging das Schiff in deutschen Besitz über. Es wurde in „Bechelaren“ umbenannt und umfangreichen Modifikationen und Nachrüstungen unterzogen. Anschließend wurde das Schiff in Ungarn gegen sowjetische Kanonenboote eingesetzt.



Fort Drum 

Genau genommen ist es kein Monitor (so gesehen nicht mal ein Schiff), aber Fort Drum verdient allein schon wegen seines seltsamen Äußeren eine Erwähnung, das ihm den Spitznamen „Betonschlachtschiff“ bescherte.

Was jetzt Fort Drum ist, war einmal eine Insel in der zu den Philippinen gehörenden Bucht von Manila. Im Jahr 1909 wurde sie zu einem massiven Betonbunker ausgebaut, auf den zwei Geschütztürme mit vier 356-mm-Geschützen gesetzt wurden, und in die Verteidigung der Stadt eingegliedert. Das Ergebnis kam einem Monitor schon recht nahe.


 

Welche sonderbaren Schiffe würdet ihr gerne als Nächstes in „World of Weirdships“ sehen? Hinterlasst unten einen Kommentar!

Quelle: worldofwarships.eu



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Veröffentlicht13. August 2018 von Sunny in Kategorie "Allgemein", "Geschichte w", "World of Warships

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