November 27

WoWs HMS Dreadnought: In erster Linie!

Ahoi Kapitäne!

Wissenswertes zur HMS Dreadnought.

Man hört oft, dass die HMS Dreadnought jedes andere Schlachtschiff über Nacht überflüssig machte, als sie 1906 vom Stapel lief. Diese Aussage ist tatsächlich nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt.

Die Auswirkungen auf die Schiffstechnik waren so gravierend, dass der Name dieses Schiffes heute für einen Schiffstyp steht, der die Meere jahrzehntelang dominierte und als Grundlage für die größten und stärksten Schlachtschiffe der Geschichte diente. Die Ära der Dreadnought begann am 10. Februar 1906 in Portsmouth.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging es in der Marinetaktik hauptsächlich um Gefechte in Nahkampfformation mit einer maximalen Angriffsreichweite von etwa 2 km. Kriegsschiffe waren oft mit einer Mischung aus groß-, mittel- und kleinkalibrigen Geschützen bewaffnet, von denen erwartet wurde, dass sie die Panzerung gegnerischer Schiffe mit ihrer schieren (wenn auch sporadischen und ungenauen) Feuerkraft überwältigen würden.

Bedeutende Verbesserungen in der Artillerie und Optik um die Jahrhundertwende ermöglichten eine größere Reichweite und höhere Genauigkeit, sodass der Einsatzbereich deutlich über die allgemein akzeptierten 2 km hinaus erweitert werden konnte. Probleme ergaben sich jedoch in Bezug auf die kleinkalibrigen Waffen, die in den Schlachtplänen von Kriegsschiffen eine wesentliche Rolle gespielt hatten, aber nun auf größere Entfernungen weit weniger effektiv waren. Infolgedessen zogen Marineingenieure die Effizienz eines „All-Big-Gun“-Schlachtschiffes (ausschließlich große Geschütze) in Betracht, mit praktischen Aufklärungs- und Feuerleitsystemen, die beim Einsatz durchweg eine sichere Entfernung gewährleisten konnten.

Nach Versuchen mit Großgeschützen wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass große und präzise Geschütze mit ihrem Schadenspotenzial jede gegnerische Sekundärbewaffnung außer Gefecht setzen könnten, bevor deren Feuerreichweite erreicht würde. Ein einheitliches Kaliber der Hauptbewaffnung würde zudem diverse Vorteile bieten: es müssten weniger Arten von Munition gelagert werden, die Besatzung könnte leicht von Geschütz zu Geschütz wechseln, und es wären weniger Berechnungen für das genaue Abfeuern verschiedener Kaliber vonnöten.

Dann gab es noch die Variable der Geschwindigkeit, die gut in die neu zusammengestellte Gleichung passte. Wenn Marinegefechte aus der Distanz entschieden würden, wäre ein Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den Gegnern ausschlaggebend, um diese auszumanövrieren und in der idealen Reichweite bleiben zu können.

Infolge dieser Erkenntnisse machte der italienische Ingenieur Vittorio Cuniberti 1903 den Vorschlag eines „idealen Schlachtschiffs“ mit Bewaffnung eines einheitlichen Kalibers, der dem britischen Admiral John ‚Jacky‘ Fisher ins Auge fiel. Ein Jahr später wurde er der Erste Seelord der Royal Navy, und mit seinem neu gewonnenen Einfluss und seiner revolutionären Haltung ordnete er an, eine Studie über die Durchführbarkeit dieses Konzepts durchzuführen. Bald darauf wurde ein Designvorschlag unterbreitet.

Das Design unterschied sich sichtlich von den Schlachtschiffen, die bis dahin gebaut worden waren. Das neue Design hatte insgesamt zehn 305-mm-Geschütze und eine Sekundärbatterie von einheitlichen 76-mm-Geschützen um den Aufbau herum. Letztere sollten zur Verteidigung gegen kleinere Ziele wie Torpedoboote dienen und waren nicht dazu gedacht, bei Flotteneinsätzen größeren Schaden zu verursachen. Um das Problem der Geschwindigkeit zu lösen, wurde ein Dampfturbinenantrieb eingebaut – eine Premiere für ein Kriegsschiff dieser Größe. Er ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 21 Knoten und machte das Schiff zum bis dato schnellsten Schlachtschiff.

Dieses neue Schiff trug den historischen englischen Namen „Dreadnought“, was soviel wie „Fürchte nichts“ bedeutet. Sie wurde im Oktober 1905 in Portsmouth auf Kiel gelegt und lief schon im folgenden Februar vom Stapel, um schließlich im Dezember 1906 in Dienst genommen zu werden.

Hauptbatterie:

Zehn 12-Zoll-Geschütze (305 mm) Mark X in fünf Zwillingstürmen. Drei davon wurden entlang der Mittelachse platziert: eins vorne, zwei hinten (eins zwischen dem Hauptaufbau und einem Mast); die anderen beiden wurden jeweils auf einer Seite des vorderen Aufbaus platziert. Diese Anordnung ermöglichte es, dass sechs Geschütze zum gleichen Zeitpunkt entweder nach vorne oder nach hinten feuern konnten. Unter Nutzung des Mittschiffturms konnte die Dreadnought eine acht Geschütze umfassende Breitseite abfeuern.

Sekundärbewaffnung:

27 76-mm QF (Schnellschuss) 12-Pfund 18-cwt Mark-I-Geschütze verteilt über das Hauptdeck, an erhöhten Positionen um den Aufbau herum sowie auf den Dächern der Hauptbatterietürme. Mit dem Aufkommen effektiver Militärflugzeuge im Ersten Weltkrieg wurden zwei dieser kleinen Geschütze 1917 mit hochwinkeligen Halterungen ausgestattet, um als provisorische Flugabwehrkanonen zu fungieren. Die Konstrukteure der Dreadnought hatten Schwierigkeiten bei der Positionierung dieser ungeschützten Kanonen, da die Druckwelle aus den Hauptbatteriegeschützen bei deren Abfeuern den Kanonen und ihren Besatzungen schaden würde, wenn sie zu nahe platziert würden.

Panzerung:

Mit bis zu 330 mm an den Haupttürmen und 279 mm am Hauptgürtel war die Dreadnought für ihre Zeit ein sehr gut gepanzertes Schiff, wich damit aber nicht sonderlich von den Konstruktionen der Schlachtschiffe ab, die vor Aufkommen von „All-Big-Gun“-Designs üblich war. Die Panzerung von Schlachtschiffen wurde mit der Zeit nur noch dicker, da sich die Marineartillerie verbesserte und verschiedene Methoden zur Bekämpfung starker Panzerung eingesetzt wurden. Ein Grund für das Schwinden von Schlachtschiffen als Kriegsschiffklasse nach dem Zweiten Weltkrieg war, dass die Menge an Panzerung, die benötigt wurde, um modernen Waffen entgegenzuwirken, solche Auswüchse annahm, dass die Schiffe nicht länger effektiv waren.

Nach erfolgreicher Fertigstellung bestand der erste Auftrag für dieses legendäre Schiff in seiner kurzen Karriere darin, umfangreiche Tests auf See durchzuführen, um ihre Kampffähigkeit zu testen. Die beteiligten Offiziere waren von der Leistung dieses ersten funktionstüchtigen „All-Big-Gun“-Schlachtschiffs beeindruckt. Das galt auch für ausländische Beobachter, die Wind von dem neuen Design bekamen, die Entwicklung aufmerksam verfolgten und auf die Idee kamen, selbst Reproduktionen herzustellen. Und tatsächlich begannen Seemächte auf der ganzen Welt in den folgenden Monaten und Jahren, eigene Großschiffe im Dreadnought-Stil zu konstruieren. Sie übten Druck auf die Royal Navy aus und inspirierten ein weltweites Wettrüsten in einem bislang nie da gewesenen Ausmaß.

Diese Situation eskalierte so weit, dass zu Beginn des Ersten Weltkriegs, kaum ein Jahrzehnt später, so genannte Super-Dreadnoughts gebaut wurden, mit schwereren Geschützen, größeren Kesseln und dickerem Panzerschutz. Das „All-Big-Gun“-Modell war ein durchschlagender Erfolg, und zu Beginn des Ersten Weltkriegs war die HMS Dreadnought ein eher unscheinbares Kriegsschiff im Vergleich zu den vielen verbesserten Nachfolgern, die bereits in der Royal Navy im Einsatz waren.

Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung war die Dreadnought die mächtigste Waffe auf dem Planeten, und als solche wurde sie bis 1911 feierlich als Flaggschiff der Home Fleet eingesetzt. Im Jahr 1912 wurde sie zum Flaggschiff des North Sea 4th Battle Squadron der Home Fleet in Scapa Flow, wo sie den Großteil des Ersten Weltkriegs verblieb. Die Kriegsgeschichte der Dreadnought war für ein Schiff von solchem Ruf eher ereignislos – sie war hauptsächlich in heimischen Gewässern unterwegs, entweder auf Patrouille oder in defensiven Positionen.

Der einzige Feindkontakt der Dreadnought war jedoch durchaus bemerkenswert. Am 18. März 1915, nach Abschluss von Übungen in der Nordsee, war die Dreadnought auf dem Weg zurück in ihren Hafen, als ein Offizier an Deck ein Periskop entdeckte: etwa 1400 Meter geradeaus glitt das deutsche U-Boot U-29 durchs Wasser. Das Schlachtschiff nahm schnell Rammgeschwindigkeit auf und ging auf Abfangkurs. Der U-Boot-Kommandant hatte das sich nähernde Schlachtschiff wohl noch nicht bemerkt, da kein Versuch zu tauchen oder zu fliehen unternommen wurde. Das änderte sich, als die Dreadnought aus 550 Metern eins ihrer 76-mm-Geschütze auf das kleine Ziel abfeuerte und es nur knapp verfehlte; nun war es jedoch zu spät für das U-Boot, um zu reagieren. U-29 drehte scharf nach Steuerbord; die Dreadnought folgte schnell und rammte die Seite des U-Bootes. Der Bug des U-Boots wurde durchtrennt, richtete sich an der Seite der Dreadnought steil auf und versank Sekunden später. Für diesen Einsatz steht die Dreadnought noch immer als das einzige Schlachtschiff zu Buche, das je ein U-Boot im Kampf versenkte.

1916 verpasste die Dreadnought die Skagerrakschlacht, da sie zu diesem Zeitpunkt überholt wurde. Ihr einziger weiterer aktiver Einsatz während des Krieges war das Abfeuern ihrer Flugabwehrwaffen auf deutsche Bomber, die den Hafen von Chatham überflogen. Mit dem Ende des Krieges 1918 wurde die Dreadnought in die Reserve gestellt und 1921 schließlich zum Abwracken verkauft. Obwohl dieses Schlachtschiff nie an einem bedeutenden Gefecht teilnahm und schon zwölf Jahre nach ihrem Stapellauf mehr oder weniger obsolet war, bleibt die HMS Dreadnought eins der wichtigsten Schlachtschiffe der Geschichte, da sie die Seekriegsführung nachhaltig veränderte.

Schiffstipps

  • Holt das meiste aus der vielseitigen Anordnung ihrer Hauptbatterietürme und gebt mit bis zu 6 Geschützen Salven nach vorn oder hinten ab, indem ihr das Schiff in einem leichten Zickzack-Kurs von Seite zu Seite bewegt. Mit dieser Technik bleibt ihr im Winkel und offenbart nur eine möglichst kleine Silhouette, könnt aber weiterhin verheerende Salven abfeuern.
  • Profitiert von der Standardreichweite von 13,68 km, mit der ihr Gefechte bestimmen könnt, während ihr außerhalb der Reichweite der meisten anderen Schlachtschiffe der Stufe bleibt. Die Dreadnought braucht sich auch nicht davor zu fürchten, auf Kampfdistanz zu gehen und mit der überlegenen britischen Sprengmunition aus der Nähe Schaden anzurichten.

VANGUARD UND DREADNOUGHT

  • VIII Vanguard
  • 1x Spezielle Herausforderung: x3 EP für 25 Gefechte
  • III Dreadnought
  • 1x Spezielle Herausforderung: x3 EP für 25 Gefechte
Quelle: worldofwarships.eu


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Veröffentlicht27. November 2018 von Sunny in Kategorie "Allgemein", "News w", "Premium-Laden w", "World of Warships

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